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Rechnung | Warum ist meine Rechnung im Winter höher als im Sommer?

Verfasst von Ferdinand
Diese Woche aktualisiert

Warum ist meine Rechnung im Winter höher als im Sommer?

Es ist völlig normal, dass Ihre monatliche Stromrechnung im Winter deutlich höher ausfällt als im Sommer. Das liegt nicht an einem Fehler in der Abrechnung, sondern an natürlichen saisonalen Schwankungen im Stromverbrauch. Der Preis, den Sie bei Vertragsabschluss gesehen haben, ist ein Jahresdurchschnittspreis — die tatsächlichen monatlichen Kosten schwanken je nach Jahreszeit.

Im Folgenden erläutern wir die wichtigsten Gründe.


1. Generell höherer Stromverbrauch im Winter

Haushalte verbrauchen im Winter grundsätzlich mehr Strom als im Sommer. Die Tage sind kürzer, die Beleuchtung wird länger benötigt, und elektrische Geräte wie Heizlüfter oder Trockner kommen häufiger zum Einsatz. Unser Abrechnungssystem berücksichtigt diesen saisonalen Verlauf mithilfe eines Verbrauchsprofils: Der Verbrauch folgt einem sinusförmigen Muster mit dem Höhepunkt im Winter (Dezember/Januar) und dem Tiefpunkt im Sommer (Juni/Juli).


2. Wärmepumpe

Wenn Sie eine Wärmepumpe betreiben, ist der saisonale Effekt besonders stark ausgeprägt. Im Winter muss die Wärmepumpe deutlich mehr arbeiten, um Ihr Zuhause warm zu halten — das bedeutet einen erheblich höheren Stromverbrauch. In unserem System verwenden wir für Haushalte mit Wärmepumpe einen höheren saisonalen Schwankungsfaktor. Die Winterrechnung ist bei Wärmepumpen-Haushalten in der Regel deutlich höher als die Sommerrechnung.


3. PV-Anlage (Solaranlage)

Verfügen Sie über eine Photovoltaikanlage, produziert diese im Sommer viel Strom, den Sie direkt selbst verbrauchen. Dadurch sinkt der Strombezug aus dem Netz auf ein Minimum — im Sommer kann die Rechnung dadurch sehr niedrig sein. Im Winter hingegen produziert die PV-Anlage aufgrund der kürzeren Tage und des niedrigeren Sonnenstands deutlich weniger Strom. Sie beziehen daher mehr Strom aus dem Netz, und die Rechnung steigt entsprechend.


4. Batteriespeicher

Ein Batteriespeicher verstärkt den PV-Effekt: Im Sommer kann der Speicher mit überschüssigem Solarstrom geladen werden und den Netzbezug weiter reduzieren. Im Winter steht weniger Solarstrom zum Laden zur Verfügung, sodass der Speicher häufiger mit Netzstrom geladen werden muss. Allerdings profitieren Sie bei einem dynamischen Tarif davon, dass der Speicher in Stunden mit niedrigen Börsenpreisen geladen wird — das kommt besonders nachts im Winter vor, wenn viel Windstrom im Netz ist.


5. Wallbox (E-Auto-Ladestation)

Wenn Sie eine Wallbox für Ihr Elektroauto nutzen, kann auch hier im Winter ein höherer Stromverbrauch anfallen. Elektroautos verbrauchen bei kalten Temperaturen mehr Energie (Heizung, Batterievorwärmung), und gleichzeitig steht weniger Solarstrom zum Laden zur Verfügung.


6. Dynamische Strompreise (Börsenpreise)

Da wir den Strom zum tatsächlichen Börsenstrompreis abrechnen, schwanken die Preise im Tagesverlauf und über das Jahr hinweg. Im Winter sind die durchschnittlichen Börsenpreise tendenziell etwas höher als im Sommer, unter anderem weil die Nachfrage steigt. Gleichzeitig gibt es aber auch im Winter häufig Stunden mit sehr niedrigen oder sogar negativen Preisen (z. B. bei starkem Wind), von denen Sie mit einem Energiemanagementsystem automatisch profitieren.


Was bedeutet das konkret?

Der Preis, den Sie im Checkout bei Vertragsabschluss gesehen haben, ist ein Durchschnittspreis über das gesamte Jahr. Im Sommer zahlen Sie weniger als diesen Durchschnitt, im Winter mehr. Über das Jahr hinweg gleicht sich das aus.


Was können Sie tun?

  • Zählerstand melden: Wenn Sie keinen Smart Meter haben, melden Sie regelmäßig Ihren Zählerstand im Kundenportal. So basiert Ihre Rechnung auf dem tatsächlichen Verbrauch statt auf einer Schätzung.

  • Verbrauch im Kundenportal prüfen: Wenn Sie einen Smart Meter haben, können Sie Ihren täglichen Verbrauch im Kundenportal einsehen und nachvollziehen, wofür der Strom verbraucht wird.

  • §14a Netzentgeltreduktion nutzen: Wenn Sie eine Wärmepumpe, Wallbox, Klimaanlage oder einen Batteriespeicher mit mehr als 4,2 kW Anschlussleistung besitzen, können Sie reduzierte Netzentgelte nach §14a EnWG beantragen und so bis zu 110–190 € pro Jahr sparen.

  • Energiemanagement optimieren: Ihr Energiemanagementsystem steuert Speicher, Wallbox und Wärmepumpe automatisch nach den Börsenpreisen. So wird in günstigen Stunden geladen und in teuren Stunden aus dem Speicher versorgt.


Zusammenfassung

Faktor

Effekt im Winter

Effekt im Sommer

Grundverbrauch Haushalt

Höher (Beleuchtung, Heizung)

Niedriger

Wärmepumpe

Sehr hoher Stromverbrauch

Kaum Stromverbrauch

PV-Anlage

Wenig Eigenproduktion → mehr Netzbezug

Viel Eigenproduktion → weniger Netzbezug

Batteriespeicher

Weniger Solar zum Laden

Viel Solar zum Laden

Wallbox / E-Auto

Höherer Verbrauch (Kälte)

Normaler Verbrauch

Börsenpreise

Tendenziell etwas höher

Tendenziell niedriger

Die saisonalen Schwankungen sind völlig normal und kein Grund zur Sorge. Über das Jahr hinweg gleichen sich höhere Winter- und niedrigere Sommerrechnungen aus.

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